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ERBE DER GENERATIONEN
Dr. Nagy Zoltán
Direktor der ständigen Ausstellung des örtlichen Museums Raab,
Die Geschichte des Batthyány-Burgschlosses
Körmend, 1999

Der Autor dankt für die Hilfe Herrn Balogh Lajos, aus dessem Text er zur Darstellung des naturwissenschaftlichen Ausstellungsteil sehr viel entnehmen konnte, und Koppány Tibor, der bei dem Schreiben des Kapitels über den Körmender Burgschloss viel half.
Photo:
Dallos László
Károlyné Vízi Viktória
Szendi Péter
Tóth László
Die Ausgabe des Bandes wurde unterstützt durch:
die Selbstverwaltung der Stadt Körmend
Graphik:
Kiss Ernõ Csaba
Koppány Tibor
Plan des Titelblattes:
Jámbori Tamás
Herausgeber:
Raab Örtliches Museum, Körmend
Verantworlich für die Ausgabe:
Dr. Nagy Zoltán, Direktor
Titelblatt:
Hauptgebäude des Batthány-Schlosses
Rückseite:
Handgemaltes Fragment des Stammbaumes der Batthány-Familie, (XVIII. Jh.)
ISBN: 963-03-4858-6

ERBE DER GENERATIONEN

Das Museum hat seine Stelle in der westlichen Schwinge des Hauptgebäudes in dem Batthyány-Schloss, im ersten Stock bekommen. Die ständige Ausstellung wurde wegen dem 750. Jubiläum der Stadtgründung gestiftet, im Jahre 1994. Die Ausstellung stellt die Naturschätze der Stadtgegend, die in diesem Kreise gefundene archeologisch und kulturgeschichtlich wichtige Fünde, Dokumente und Gegenstände - im Kontakt mit der Geschichte des ehemaligen Marktfleckens, und die reichen sachlichen Gegenstände der Handwerkindustrie dar.
Wenn wir die Eingangstür öffnen, dann können wir uns auf der Wiese der Naturwissenschaften finden. Es ist ein Fenster in die Vergangenheit - „worüber die Raab erzählt” - verkündet die Aufschrift der ersten Vitrine. Darin können wir uns die pflanzenkundliche- und zoologische Fragmente aus dem Pleistozen aus der Raab anschauen, was der grösste Fluss in Transdanubien ist. Wir können gekieselte Eichenfragmente, neben dem Abdruck des hier einheimischen Urkiefers einen gesteinerten Mammutzahn, und einen Urnashornzahn besichtigen. Das Leben zeigt ein sehr vielfältiges Bild in den Gewässer und am Ufer auch heutzutage. Die Raab ist ein echtes Wildwasser! Ihre Strömung ist rasch, die eine Kurve kommt nach der anderen, es gebären Untiefen wegen dem gerissenen Ufer, und der Fluss rennt-rennt, bis er in etwas zusammengestossen wird, wo ein Wirbel entsteht. Die anziehende goldgelbe Blume der Hainwälder ist die Sumpfdotterblume, die auf der Oberfläche des Wassers gaukelnde Seerose bietet einen ergreifenden Anblick, die insektbegreifende Pflanze der Laichkräuter in den Totärmen - das Utricularia vulgaris - bedeutet für die kleine Krebsen und für die junge Fischabkömmlinge eine sicherlich grosse Gefahr. Für uns sind aber die Schildkröte, die ein gewöhnliches Tier der Sümpfe ist, der getüpfelte Molch und der Kammolch, die Wassernatter, die sich mit Kleinfischen und mit Fröschen ernährt, völlig unschädlich. Die Bisamratte - die einen dicken Pelz hat -, und die Ente sind aber Tiere, die das Wasser sehr gern haben, und sie bekommen ihre Nahrung auch vom Wasser. Neben dem Teichrohrsänger, der seine künstlerische Nester in den Schilfrohren baut, und der Rohrdommel, die der Meister der Maskierung ist, der kleinen Lile, die nach den kleinen Insekten der Sand- und der Kieselufer sucht, können wir hier auch das Nest der Hängemeise studieren.
Die Angler interessieren sich - unter den Fischen der Raab - für die heutzutage schon unbekannten Schmerle, für den seltenen Wels, für den sehr grossen Spiegelkarpfen, und für den Hecht. An den Tagen der Fasten vor Jahrhunderten war der Fang eines Störs oder einer Visa gar nicht ungemein, und die gewöhnliche Fische wurden in einer riesengrossen Menge an den Tischen der Güssinger Herren serviert. Das Zeug des Fischenfanges, die Harpune wurde schon am Ende des letzten Jahrhundertes verboten, aber die „Fertigkeit” für das Angeln aus dem Flussbett sind auch noch heute präsent. Wir stellen in einem grossen Aquarium (150 l) Fische aus der Raab dar, so bringen wir die Stadtbewohner näher zur Natur.
Kapitale Beuten auf gelb gewordenen Photos. Wir können auch einen 50 kg schweren Wels, der durch Bejczi Sándor im Jahre 1935 gefangen wurde, und einen 15 kg schweren Spiegelkarpfen, der durch Belencsák Béla im Jahre 1954 gefangen wurde, bewundern, natürlich bevor sie in den Kessel gekommen waren. Für die Fauna der Wiesen ist, - besonders auf den reicheren und nasseren Gebieten der Überschwemmungsgebiete -, ausser der farbenprächtigen Blumen die Vielfalt der Insektenwelt charakteristisch. Vor den Erlenbäumen am Flussufer prachtet die geschützte Gemsespange, die eine hier vergessene Fragmentpflanze aus der Eiszeit ist. Auf einem anderen Platz können wir die siberische Schwertlilie, die am Anfang des Sommers prachtet, das Enzian, die später blüht, und das „Kornis tárnics” beobachten. Auf den Sumpfwiesen befindet sich die geschützte Würfellilie, die ehemals in einer grossen Zahl die Raab entlang blühte und ist für uns heute schon ein gefährdeter Schatz, so wie das „Agárkosbor”. Die „Kikerics” ist eine schöne aber giftige Blume der taufrischen Wiesen, die ihre von der Bleichrose bis zu der Purpurlila glänzenden Hülleblätter im Herbst öffnet. Eine beliebte Delikatesse der Weiden, der Wiesen und der Waldrände ist der Rehfusspilz. Auf diesem Gebiet ist der Rasenfrosch, der auf dem Torflager sitzt, und die Heuschrecke, die zwischen dem Gras versteckt, tagtäglich. Die Kupfernatter und die zarte Eidechse sind auch nicht rar. Die Ringeltaube nistet in den ungestörten Hainen. Die Elster und der parasita Kuckuck sind auf unserem Gebiet häufig, so wie der Turmfalke, der in diesselbem Platz schwingt und guckt seine Beute. Die Pflanzen und Tiere der herumliegenden Wälder zeigen auch eine grosse Abwechslung. Der erste Vorbote des Frühlings ist das Schneeglöckchen, das allenthalben blüht. Das Carpinus betulus, das seit 1989 in Ungarn überall geschützt ist, prachtet in der Umgebung von Körmend in seinem originalen Zustand in den Hagenwäldern. Es bildet einen dichten Teppich, neben ihm können wir uns selten auch die schöne blaue Sternblume anschauen. Die Rarität der Umgebung, das kleinblumige „Hunyor” befindet sich in den Zerreichenwäldern und Hagenwäldern der Umgebung. Die Schüsselblume ist gleichfalls eine geschützte Pflanze, die auf den Waldwiesen wächst. In der zweiten Hälfte des Sommers düftet das Zyklamen. Für die Buchenwälder in den Talkesseln ist die Elfentraube charakteristisch, die wirklich einen märchenhaften Namen und Erscheinung hat. Charakteristische Vögel unserer Wälder ist der „Fakopács” und die grüne Speiche. Ein tüchtiger und unerschrockener Jäger ist der Sperber, der ein Schreck für die kleinen Vögel bedeutet. Die Ohreneule ergreift seine Beute in der Nacht, so wir können ihn tags kaum sehen. Der Sauerkirschenschneider ist ein bekannter Vertreter der Buchfinke in den Wälder, er kann mit seinem harten Schnabel sogar die härteste Samen zerbrechen und verzehren. So wie die Schwalbe jagt die Insekte tags, das „Lappantyú” macht das in der Nacht. Man glaubte von ihm, wegen seinem riesengrossen Mund, dass es in der Nacht in den Ställern einfliegt, nimmt die Euter der Ziegen in den Mund und säugt ihre Milch aus. Wir können in den Wäldern viele Pilzenarten finden. Die sog. „Galóca”-Pilze sind schwer giftige Pilzarten. Unter den grossen Wildtieren werden Rehe und Wildschweine oft geschossen. Der Schwarzstorch zählt zu den echten Raritäten, der in dieser Umgebung ehemals nistete. Das Exemplar, das in der Ausstellung dargestellt ist, kann uns an Körmend, an die Stadt der Störche erinnern. Die Dolchen und die Fallen helfen den Jägern, dass sie die kleinere und grössere Tiere gefangennehmen können. Vor der Flinte genutzte Waffe war die Schleuder. Die Menschen sollten die Tiere wirklich wohl kennen, damit sie die verschiedene Waffen verwenden können. Sie verwöhnten die gefangene Singvögel und bastelten für sie oft solch einen Käfig, der die menschliche Häuser nachahmte.
Wir müssen die Forscher, die sich mit der Naturkunde dieser Gegend beschäftigten, auch erwähnen. Carolus Clusius (1526-1609) war ein niederländischer Arzt und Botaniker. Er machte wichtige botanische Forschungen in den Jahren, die er auf den Güssinger Gütern von Batthyány Boldizsár verbrachte. Er entdeckte unzählige bis dahin unbekannte Pflanzen, zum Beispiel die gelbe Lieschlilie, die er in den Hainen des Raab-Ufers fand.
Sein Hilfe war Beythe István (1532-1612) Botaniker und Prediger, mit wem er Westpannonien gemeinsam bereiste. Sie stellten gemeinsam das „Stirpium nomenclator pannonicus”, also das Wörterbuch der ungarischen Pflanzen zusammen. Ausserdem hat Clusius das erstemal die Flora von Westtransdanubien und der umliegenden Umgebung beschrieben. In seinem Werk, das im Jahre 1601 erschienen ist, hat er die Pilzenwelt dieses Gebietes bekannt gemacht. Unter den Spätnachfolgern sollen wir noch Vörös István (1894-1963) erwähnen, der als Falterforscher und Lehrer in Egyházasrádóc arbeitete. Er sammelte auch in der Umgebung von Körmend, und schenkte seine Falter- und Insektensammlung, die mehr als 3.500 Stück zahlte, dem Museum Savaria. Daraus können wir hier eine kleine Kostprobe sehen.
Horváth Ernõ, (1929-1990) Museologe war in erster Linie ein Urpflanzenforscher, aber seine floristische, naturschutzliche und wissenschafthistorische Arbeit ist auch sehr bedeutend. Die Körmender naturhistorische Ausstellung in den 60-er Jahren und die Clusius Denksäule im Burggarten sind auch mit seinem Namen verbunden. Die Tätigkeit der zwei bedeutenden Naturwissenschaftlern von Körmend und seiner Umgebung ist mit der Liebe für die Ornitologie und mit ihrer vertieften Forschungsarbeit verbunden.


1. Bild: Wir haben aus der Sammlung von Csaba József gewählt

Csaba József (1903-1983) wurde in Nagycsákány geboren, arbeitete als Rundnotar, war bewandert in der Ethnographie, in der Linguistik und in der Ornitologie. Der grösste Teil seines Werks ist mit dem Raab-Tal verbunden, er schrieb mehr als 200 Schriften in diesem Thema. Er hat unserem Museum seine bedeutende ethnographische Sammlung im Jahre 1953 geschenkt. Hier geben wir eine Kostprobe aus seinen ausgezeichneten Gegenständen. Wir haben von ihm sogar zwei Wäscherollen. Auf der einen können wir die Jahreszahl 1825, einen zweiköpfigen Adler, einen Löwen, der einen Säbel hält, einen Storch und eine Ringeltaube sehen, die durch kirchliche Abzeichen ergänzt werden. Auf der anderen - die als Liebesgeschenk für Gyurkó Éva im Jahre 1835 gefertigt wurde - können wir einen roten grossen Lebensbaum mit Siegellack geziert betrachten. Der Stock mit der Stange aus dem Jahre 1827 zählt auch zu den Spezialitäten, auf dem neben dem Lamm des Gottes können wir uns ein ungarisches Wappen, und daneben einen Kelch ansehen. Das vorzügliche ethnographische Stück des Museums ist diesselbe mit rot-golden Siegellack gefertigten Rasiermesserhülse, was Szalai Pál für Németh Mihály in Szombathely im Jahre 1868 gefertigt hat. Es gibt noch weitere Gegenstände von ihm: Holzschlittschuhe, gepresste Nelke aus den Karpaten, feuermachender Stahl, geschnitzte Holztäubchen aus dem ersten Weltkrieg, Brauttücher, Ostereier, Stock mit Rehkopf, eine schäbige Jägertasche, ein Opferstein, zu dem noch eine Locke gehörte.
Molnár Lajos (1853-1942) wurde in Körmend geboren, lebte in Molnaszecsõd, arbeitete als Rundnotar und Vogler. Er gehört auch zu den berühmten Personen. Er war ein ausgezeichneter Beobachter der ungarischen Vögel, daneben beschäftigte er sich mit Vogelfüllung, also Präparation. Er war ein vorzüglicher Meister auf diesen Bereichen. Sein Haus war schon an der Jahrhundertwende berühmt, in dem Vögel von den fünf Kontinenten dargestellt wurden. Wir können einen kleinsteren Teil seiner fachgemäss aufgestellten und geschützten Sammlung in der Olcsai-Kiss Zoltán Grundschule besichtigen. Eine kleine Kostprobe aus der Sammlung: Vögel von Neu-Guinea, Australien, Paraguay, Columbien, Equador, Molucci-Insel, Brasilien; 11 Kolibris, Paradiesvögel, ein grosser Arara-Papagei, ein bunter Tukan.


2. Bild: Exotische Vögel in Vitrine aus der Sammlung von Molnár Lajos

Über sein Werk und über seine einzigartige prächtige Schätze wurde ein sehr wunderbares Buch in Körmend ausgegeben.
Wenn wir den zweiten Saal betreten, dann können wir handgemachte Gegenstände betrachten, die vor Jahrhunderten und Jahrtausenden gefertigt wurden. Als Ergebnis der archeologischen Sammelarbeit kamen von Körmend unversehrten urzeitlichen Mittel in die gegründete Verein- und Privatsammlungen, und später auch in den Museen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert ein. Die fundrettende Ausgrabungen der vergangenen Jahrzehnte und die oberflächliche Beobachtungen verstärkten, dass schon Mehrheiten von Siedlungen während der Neusteinzeit in dem 4. Jahrtausend v. Ch. in der Umgebung von Körmend existierten. Die sachliche Andenken der transdanubischen mit Linien gezierten Keramikkultur kann man auf mehreren Plätzen finden. Fünde eines eingeäschernten Grabes - die aus der späten Kupferzeit von der Ende des 3. Jahrtausendes v. Ch. stammen - kamen in Csákánydoroszló zum Vorschein. Die sterbliche Überreste wurden zwischen den Stücken des hier dargestellten riesengrossen gezierten Gefässes gefunden. Urzeitliche Siedlungsspuren wurden auf drei Plätzen in dem Körmender Burggarten im Jahre 1984 entdeckt, als die Gasleitung gebaut wurde. Diese Fragmente waren grosse Abfallgruben. Man konnte sogar volle Gefässe aus den Fragmenten der hier aufgefundenen Schüssel, Töpfe, Krüge zusammenstellen. Auf diesselbem Platz wurde auch ein Fragment eines Kornzerschlagersteines unter den Schutt durchgebrannten sog. „Patics”-Wände entdeckt. Die Siedlungsspuren der Römer wurden von einem Körmender evangelischen Pastor, Turcsányi Endre auf dem Burghügel von Katafa vor mehr als ein Jahrhundert entdeckt. Die Archeologen haben - als Ergebnis von jahrelangen Forschungen - eine militärische Wächterstelle auf der Linie der Bernsteinstrasse im Jahre 1980 entdeckt. Der Name des Lagers wurde auch von antiquen Quellen aufbewahrt: Arrabone. Die rechteckförmige Fortifikation war durch Graben und durch Schanze von den drei Seiten umgeben. Die Verstärkung war auf der vierten Seite wegen dem natürlichen Abhang des Hügels unnötig. Die Schanzekonstruktion der Stelle ist aus Holz gemacht, was mit einer Tonfüllung verstärkt wurde. Innerhalb der Schanze standen balkenstrukturelle Gebäude. Fortuna half viel, als die Experten einen aus 18 Goldmünzen bestehenden Schatz entdeckten. Der bedeutende Münzenfund enthielt solche Prägungen, die mit Bildnis von 8 Kaisern geziert worden sind. Neben den glänzenden Goldmünzen von Nero, Vittelius, Vespasianus, Titus, Dominitianus, Traianus, Antonius Pius, Lucilla und Marcus Aurelius fanden sie auch sog. „terra sigillata”-Fragmente. Die Zeit der Goldmünzenversteckung ist schon klar, es konnte in den 160-170-er Jahren n. Ch., nach den markomannischen Kriegen geschehen. Auch ein eingeäschernter Grab aus der frühen Römerzeit kam im Burggarten zum Vorschein. Die Forscher fanden ein italienisches Parfümglässchen neben den Pulver einer eingeborenen Frau, was der Schmuck der Ausstellung ist. Wir können rekonstruierte Gefässe von Urnegräbern aus dem I.-II. Jahrhundert n. Ch. hinter den Glaswänden der Vitrine sehen, die in Egyházasrádóc entdeckt worden waren.


3. Bild: Römische Fünde von Körmend und von seiner Umgebung

Wir plazierten viele Gegenstände auf des Tableau an die Wand neben dem Fenster - die als winzige vereinzelte Fünde ins Museum kamen. Sie vertreten einen Ausschnitt der historischen Jahrtausende. Zwischen diesen Gegenständen können wir geschnalzte und geschliffene Steinmittel, eine Bronzeaxt, zwei „keftiu” (ein rares Gewichtsmass) - die in der Bronzezeit als Urgeld fungierten - eine „Grabfibula”, einen Ring mit dem Monogramm von Christi, ein Tonlicht, einen Säbel mit Pfeilspitzen aus der Zeit der Völkerwanderung, Gefässfragmente aus dem Mittelalter und aus der Neuzeit, und eine kurze Geldmünzenserie finden. Ausserdem hat hier ihre Stelle ein Querschnitt aus einer Grabung aus dem 19. Jahrhundert bekommen. Unter diesen Gegenständen können wir sehr viele Scherben, Glasstücke, Hartscherben, Metallabfälle und eine Menge Abschüsse aus der lokalen pfeifenproduzierenden Manufaktur entdecken…
Der Name Körmend kommt in der Form Curmend in einer Urkunde aus 1238 vor, und bedeutete türkisch Furt oder fortifizierter Platz oder Burg. Der Name wurde als Königsgut in Beziehung mit einem Prozess berühmt.
Der König Béla der IV. hat das Stadtprivileg, das Marktrecht, und eine breite Zollbegünstigung für die Stadtbewohner im Jahre 1244 gegeben.


4. Bild: Béla der IV. hat den Stadtitel für die Siedlung in seinem Privilegbrief im Jahre 1244 gegeben

Körmend wurde später Besitztum der Königin, dann besitzten es verschiedene Landesherren. Es ist von dem Jahre 1604 das Besitzzentrum der Batthyány-Familie geworden. Die Stadt hat archäologisch sehr wenig geforscht. Es passierten nur Fundrettungen, aber die hier gefundene Gegenstände vertreten für die Stadtbewohner einen grossen Wert. Die Forscher funden eine Ofenkachel mit grüner Bleiglasur, - die aus dem 16. Jahrhundert stammt und ist ein seltenes Stück - und stellt Elisabeth, Ulászló den I. und das Kind László dar. Originale mittelalterliche Gebäude sind in der Stadt: die Sankt Elisabeth- Kirche und die Grundwände der Burg.


5. Bild: Die Spätnachfolger der Stadtbewohner weihten Statue als Respekt für den König


6. Bild: Ofenkachel mit Königfiguren aus dem 16. Jahrhundert

Die in der letzteren Zeit begonnenen Grabungen haben die Spuren der Árpád-zeitlichen Siedlung in einer Tiefe von 2 Meter unter der heutigen Gängelebene auf dem Gebiet der ehemaligen Innenstadt gefunden. Auf dem gleichen Platz legten sie den stadtschützenden Graben und Planke, auf einem anderen die frühere Wände, bzw. die Abfallgraben, die zu den Gebäuden gehörten, frei. Es kamen zum Vorschein: Gefässfragmente aus dem 15. Jahrhundert, ein Gefäss mit Ausgiessungsrohr mit Meisterzeichen, Ofenaugen aus dem 15. Jahrhundert, Stücke von einem Renaissance-Ofenkachel mit Habsburg-Wappen aus dem 17. Jahrhundert, ein Trinkglas mit „Schweisstropfen” und das Fragment eines raren Siegburger Gefässes. Wir können hier noch die zwei Hellebarden aus dem 17. Jahrhundert erwähnen, die nach der Erinnerung während der Grabung des Abwasserkanals in einer Tiefe von 2,5 Meter hervorkamen. Der Nachlass des Marktfleckens ist aber reich an Urkunden. Wir haben viele bedeutende Urkunden auch aus dem Briefkasten der Stadt.


7. Bild: Die Hellebarden aus dem 17. Jahrhundert sind bei der Grabung eines Abwasserkanals hervorgekommen

Wir können das ungarische Heiduckprivileg von Körmend aus dem Jahre 1650 neben anderen Dokumenten aus dem 17.-18. Jahrhundert in seinem Originalzustand sehen, die in dem Archiv der Familie Batthyány trotz der bedeutenden Kriegszerstörungen übrig blieben. Der im Jahre 1812 gefundene Schatzfund, - der in dem Körmender Schlossgarten von Herzog Batthyány Fülöp entdeckt wurde - fungiert schon in dem ersten lateinischen Bestandsverzeichnis des Nationalmuseums. Der Mäzen hat ihn dem Museum gespendet. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Essgefässe der Vilhelmiten-, Agostiner-, und Franziskanermönche und die religiöse Gegenstände sind nach dem Verlassen des Klosters wahrscheinlich um 1524 in die Erde gekommen. Die wertvollste Gegenstände der Fundgemeinschaft sind: Prägungen von Endre des 2., Károly Róbert, Nagy Lajos und Königin Mária - ihre Originalzahl war mehr als 300 Stück - , 21 vergoldete Halbknöpfe, 21 winzige Knöpfe, 70 kleidungszierende Silberplatten, ein Bergkristall mit dem Monogramm von Christi, und ein silbernes Siegel - diese sind wegen der Stürme der Geschichte zunichte gegangen -, beziehungsweise eine silberne Trinktasse, ein vergoldeter Weihwasserhälter, ein silbernes bauchiges Gefäss, drei vergoldete Tassen, ein silbernes Siegel, 11 Silberringe, ein vergoldeter Reliquiehälter, ein silbernes Brustkreuz und ein vergoldetes Bronzekruzifix - diese sind aber zum Glück übrig geblieben. Die Musterwerke der mittelalterlichen ungarischen Goldschmiedkunst können wir in den Ausstellungsvitrinen studieren.


8. Bild: Die vergoldete Silbertassen des Körmender Fundes aus dem 14. Jahrhundert sind im Burggarten im Jahre 1812 zum Vorschein gekommen

Körmend wurde das Domänenzentrum der Familie Batthyány von dem Jahre 1716. Nach 1769 wurden die während mehreren Jahrhunderten angehäuften Dokumente des Herzogsastes hierher geliefert, aber die Mehrheit der familiären Kunstschätze wurde auch hier aufbewahrt. Im Jahre 1945 wurden wegen dem Krieg die bedeutende Bildgalerie, die Bibliothek, die Waffensammlung und eine Menge von Kunstgewerbegegenständen zerstört, diese Zerstörung verschonte auch nicht das riesengrosse Archiv. Die gebliebene Dokumente können wir ausser dem Nationalmuseum und dem Staatsarchiv hier besichtigen. Beg Mustafa hat seinen mit einer goldenen Kalligraphie versehenen Brief an Batthyány Ádám im Jahre 1637 geschrieben. Das aus dem Jahre 1559 stammende Testament von Batthyány Ferenc ist auf Pergament geschrieben, auf dessen letzter Seite wir die Siegel und Unterzeichnungen der Landesherren sehen können. Die Münzanstaltfüsse zählen zu den Raritäten. Auf diesen können wir das herzogliche Wappen, bzw. das Bildnis von Batthyány Károly betrachten, was von einem Wiener Graveur Joseph Toda im Jahre 1768 gefertigt wurde. Die vergoldete silberne Pferdegeschirre stammen aus dem 17. Jahrhundert, sie kamen als Kriegsbeute in die Burg. Auf dem Titelblatt eines lateinischen numismatischen Buch können wir die Eintragung von Batthyány Ádám sehen. Die Waffensammlung wurde zerstreut, was aus ihr übrig geblieben wurde, wurde auch absichtlich beschädigt. Hier können wir einen Säbel mit arabischen Aufschriften, spanische Flinten auf Balkaner Art, französische Kieselpistole, Jagdmesser und Schiesspulverhälter sehen, die nur einen kleinen Teil der einst riessengrossen und glänzenden Sammlung bilden. Die übermächtige Familie Batthyány waren die Gutsherren und die Besitzer der Burg, deren Familienname kann man zu der Árpád-Zeit zurückführen.


10. Bild: Die Familie Batthyány hatte auch das Prägungsrecht.
Die Münzanstaltfüsse wurden von Joseph Toda im Jahre 1768 gefertigt


11. Bild: Die kunsthistorische Ausstellung aus dem Jahre 1912 in Szombathely
Die Stücke der Batthyány-Waffensammlung

Nach der Tradition hat Meister György die Siedlung als Gabe im Jahre 1398 bekommen. Boldizsár hat vom Ulaszlo des 2. ein familiäres Wappen im Jahre 1500 bekommen, Ferenc die Güssinger Burg im Jahre 1524, und die Stadt Körmend im Jahre 1604 bekommen. Ádám hat den gräflichen Titel im Jahre 1630 bekommen. Batthyány Ádám der 2. hat Strattmann Eleonóra - eine Gräfin - im Jahre 1692 heimgeführt, und so wurde es möglich, dass der erstgeborene Sohn auch den Familienname erben kann. Der Feldmarschall Batthyány Károly hat von Mária Terézia wegen der Erziehung ihres Sohnes den fürstlichen Titel bekommen. Der fürstliche Ast der Familie Batthyány hat über die Körmender Glaubenkomission verfügt, deren berühmtester Besitzer der Augenarzt Dr. Batthyány-Strattmann László war. Er hat hier ein Krankenhaus eingerichtet, und hat die Kranken bis zu seinem Tod gratis geheilt.
Körmend ist zwar nicht reich an kirchengeschichtlichen Gedenken, aber das - in Debrecen im Jahre 1698 ausgegebene - Buch „Lieder für Tote Begräbnisse”, die - im Jahre 1784 gefertigte - Zinkannen, ein täuflicher Krug, der - im Jahre 1791 gefertigte - vergoldete Brotteller sind besorgte Schätze der Reformierten. Schöne wertvolle Gegenstände der Ausstellung sind: ein messeweinhältender Zinkrug, eine Kupferwaffelröhre aus dem Jahre 1842 und ein Geduldglas, was den Leidensweg darstellt. Den Hauptplatz der Stadt stellt die axonometrische Zeichnung von Andreas Leithner - er war der damalige Stadtrichter und Architekt - aus dem Jahre 1853 dar. In der Nachlassung von dem evangelischen Priest Turcsányi Andor Endre können wir Photos über seine Familie aus dem Jahre 1860, eine Selbstporträit, Lithographien besichtigen. Wir können uns ein geschnitztes Grundstück eines Fasses aus dem Jahre 1811, aus dem Keller der Familie Batthyány ansehen. Ausserdem haben hier aus dem Kriegsmuseum von Kõszegi Bartunek János Waffen aus dem I. Weltkrieg, Schmuck- und Andenkengegenstände ihren Platz bekommen. Eine Reliquie ist die Schmuckhellebarde mit dem Monogramm von Ferenc József, mit der Jahreszahl 1871. Die Reliquie gehörte zu der königlichen Leibgarde, als sie nach Westen flohen, liessen es in der Umgebung von Kõszeg. Die Krone war damals in Velem versteckt worden. Die Hellebarde wurde infolge abenteuerlichen Umstände zu einem lokalen Messermacher geraten, danach in das Museum.
Wenn wir den dritten Saal betreten, können wir die handwerkgeschichtlichen Gedenken von dem Marktflecken Körmend besichtigen. In der Stadt fungierte acht einberufliche und eine gemischte Zeche in dem 17. Jahrhundert, dreizehn selbstständige und eine gemischte Zeche in dem 18. Jahrhundert, und siebzehn selbstständige und drei gemischte Zeche in dem 19. Jahrhundert. Fast eine Hälfte der Bevölkerung beschäftigte sich mit der Handwerkerei, aber viele von ihnen haben ihren Lohn auch mit der Ackerbau ergänzt.


12. Bild: Handwerker und Bewohner von dem Marktflecken Körmend im Jahre 1857

Die grösste Anzahl vertraten die Schuhmacher: die Gerber, dann kamen die Schneider, die Weber und die Wagner.
Ausser ihnen wurde hier noch 40-50 Professionen getrieben. Aus der Zeiten der Zechen wurden wenige Gegenstände in unsere Gemeinsammlungen gekommen. Wir können aber die Körmender Reliquien der Museen vom Bezirk Vas hier besichtigen. Wir können die Jahreszahl 1726 auf die Zinnkanne der Metzger sehen, die in Sopron gefertigt wurde. Es zahlen zu den Raritäten der Leuchter der Müller mit der Jahreszahl 1823, und der handgemalte mit Blumen gezierte Befreiungsbrief einer Weberzeche aus dem Jahre 1821. Sie gehören auch nicht zu den alltäglichen Gegenständen.


13. Bild: Die Leuchter der Körmender Weber-Zeche stammen aus dem Jahre 1823

Der grüne mit einem Christi-Kopf versehene Krug der Gerber-Zeche wurde im Jahre 1750 gemacht. Das ist der erste Gegenstand, was von Körmend in das Museum Savaria geraten ist und was in dem jährlichen Bericht des Archeologischen Vereins von dem Bezirk Vas in dem Jahre 1875 publiziert wurde. Die Forscher interessierten sich am meisten für die mit einer Aufschrift versehene Dachziegel. Bei dem Abbruch eines Hauses in der Strasse Bercsényi hat man ein Stück mit der Aufschrift INRI aus dem Jahre 1818 gefunden. Unter den Zechekasten ist der Kasten der Tischler mit seiner Zierde erwähnenswert. Unter den Schlossern müssen wir die Familie Zwiefel erwähnen. Ausser ihrem gezierten Schild ist ihr Denkmal aus dem Jahre 1934 merkwürdig, was sie von dem ersten Weltkrieg fertigten und wurde in Vasalja aufgestellt. Der Klempner Weber Antal gehörte auch zu den berühmtesten Handwerkern. Seine schönste Werke sind: Schild mit Schwan, Blechzierde mit Löwen, ein Giebel mit Nixen. Die Meisterzeichnung - aus dem Jahre 1852 - von dem Wagnermeister Raposa Imre stellt eine Kutsche aus mehreren Ansichten dar. Nicht nur die Zeichnung, sondern auch die zur Schaffung genutzten Werkzeuge sind übrig geblieben. Ausser dem Zechekrug der Gerber aus dem Jahre 1854 können wir nöch wichtige Mittel sehen, die zu der Praxis unablässig sind. Die Ahnen der Körmender blaumalerischen Kluge-Dynastie stammen aus Sachsen. Kluge Pál wurde in Wienerneustadt in dem Jahre 1846 geboren, schon als Junge arbeitete in Sopron, dann zog nach unserer Stadt um. Sein Sohn, Kluge Pál der jüngere wurde schon hier in dem Jahre 1873 geboren. Er hat die Industrie und das Geschäft von seinem Vater in dem Jahre 1900 übernommen. Er war der Präsident der Industriekörperschaft von dem Jahre 1907 bis zu dem Jahre 1936, und arbeitete auch als Stadtrichter von 1921 bis 1927. Seine Werkstatt wurde gewaltsam verstaatlicht. Der Lebkuchenmacher Tóth Lajos und József vertrieben ihre rare Profession bis zu den letzteren Zeiten in Körmend. Sie fertigten Zuckerl, Kerzen und verkauften Honigkuchen auf den Messen. Die im Jahre 1888 gemachte Uhrkonsruktion von dem Uhrmacher Sándor Ferenc ist nur eine von den durch ihm gemachte 52 Uhren. Er hat selbst die zu den Uhren notwendigen Bestandteile konstruiert und gegossen. Er hat die Profession in Graz aneignet und würde auch ausser der Stadtgrenze berühmt.


14. Bild: Die Ausstattung der Werkstatt von dem Lebkuchenmacher Tóth József

Tóth Mihály und sein Sohn Tóth Lajos waren ausgezeichnete Uhrmacher und Juwelier, die auch Silbergegenstände gravierten. Ihre Halbedelstein-Sammlung hat zu der Auswählung zu den von ihnen gemachten Schmucksachen Hilfe gegeben. Põcze Kálmán und seine Tochter Mária waren Buchbinder, und hatten auch ein Papierladen. Unter den Enderzeugnissen sind einige mit Spange versehene Gebetbücher erwähnenswert. Zu Anfang des Jahrhunderts war der arbeitsamste der Feuerwehrverein. Sein Orchester unter der Lenkung von dem Dirigent Pavetits Manó war sehr berühmt in dem Bezirk Vas. Zu ihrer gezierten Uniform gehörte auch ein Metallhelm, was nur bei festlichen Angelegenheiten getragen wurde. Der Körmender „Eisenross”-Verein wurde im Jahre 1889 gegründet. Die Brüder Udvary radelten mit ihren hier ausgestellten Hochfahrrädern zu der Pariser Weltaustellung, dann radelten sie weiter nach dem italienischen Turin, um den alten Kossuth Lajos zu besuchen. Es wurde ein Reisebuch über ihre abenteuerliche Reise in der lokalen Druckerei erschienen, was sogar zwei Ausgaben erlebte. In dem Reisebuch handelt es sich auch um die Traditionen der ’48-er Freiheitskämpfe. Zu den geschützen Schätzen des Museums gehören ihre Gründungsprotokolle und auch die Vereinfahne.


15. Bild: Udvardy Ferenc: Die Anfangsszene seines Buches „Von Körmend bis Paris…”

Die Stimmung zu Anfang des Jahrhunderts wird durch Bildkarten, verschiedene Porzellane, Gedenkbücher und durch einen alten Kaffeeröster fühlbar gemacht. Das weibliche Schmuckkleid, das sog. „díszmagyar” wird in einer separaten Ausstellungsabteilung in dem Museum Savaria ausgestellt. Das Kleid besteht aus einem dunkellila Samtmantel, einer Samtbluse, aus einem Rock, aus einem Jungfernkranz, aus einem Spitzeschleier und aus einer Schürze. Wir erinnern uns an die weltberühmte Körmender Opernsängerin Németh Mária. In dem Museum können wir originale Photos und Plakate über ihre Rollen besichtigen.

DER BURGSCHLOSS VON KÖRMEND

Die Burg in den Árpád-Zeiten

Körmend ist ein Königsbesitz im Jahre 1238. Seine Bewohner sind die sog. „hospes”, also Gastvölker, deutsche Handwerker und Kaufleute. Sie wurden infolge des königlichen Willens nach den Marktplätzen umsetzt. Diese Marktplätze sind bei dem Treffen der Handelsstrassen zu finden, in deren Nähe wahrscheinlich einst ein Hafen war.
Hier, in der nordwestlichen Ecke der Stadt stand damals schon ein mit Graben, Schanze und Planke umgegebener Turm. Dieser Turm wurde französisch „motte” und deutsch „Hausberg” genannt.


16. Bild: Das Bild von dem mittelalterlichen Turm ist am längesten auf dem Siegel von der Stadt Körmend aufbewahrt

Daneben gaben es ein Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude. Die waren dafür geeignet, dass sich László der IV. mit seinem Gefolge in dem Jahre 1277 okkupieren kann. Die Benennung „Castrum Kurmend” bedeutete diese Burg in dem Jahre 1291. Unsere Quellen schweigen über sie in den späteren Zeiten, so wir müssen annehmen, dass es - in der Mitte des 14. Jahrhunderts - nach der Herrschaft der Familie Kõszegi zerstört wurde. Der Turm ist zwar in dem Jahre 1550 intakt, aber es wurde in dem Jahre 1642 - als Tarnóczi András das dazu gehörende Grundstück kaufte - geschrieben: „Wir können hier kein intaktes Haus finden, nur einen Keller und ein Gewölbe.”

Der Renaissance-Schloss

Die Stadt war schon der Wohnort der Besitzer-Familie in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts: diese Tatsache wird durch den in Körmend geschriebenen Brief von Széchenyi László des jüngeren aus dem Jahre 1430 bekräftigt. Dieses Gebäude stand schon dann in der nordöstlichen Ecke der Stadt. Wir haben von dem Gebäude erst spät aus Quellen aus dem Jahre 1459 Kenntnis. Die lateinische Urkunden betreffen es mit der Benennung „Castellum”, also Schloss. Die spätmittelalterliche Bedeutung des Wortes ist eine burgförmige mit Wassergraben und Hochwänden umgegebene Kurie. Seine Rolle wird auch durch die Benennung „Fortalicium Kermend” klar, was man als Fortifikation oder Festung übersetzen kann. Nach diesen Informationen stand der mittelalterliche Schloss von Körmend schon in dem Jahre 1459 hier, die Zeit des Aufbaus kann man aber von früher datieren. Sein architektonisches Bild ist unbekannt, wir haben keine Beschreibung und Darstellung aus dem Mittelalter.
Die Rekonstruktion des Schlosses können wir mit Hilfe von zwei Quellen versuchen. Diese zwei Quellen sind die folgende: ein Inventar aus dem Jahre 1605 und eine Stadtkarte aus dem Jahre 1667. Nach diesen Quellen stand der Burgschloss auf einer mit einem breiten Wassergraben umgegebenen seichten Insel auf dem Überschwemmungsgebiet der Raab. Im Graben stand eine kleine künstliche Insel vor dem Tor der westlichen Seite, und auf der Insel stand ein Turm. Der Weg von der Stadt zu dem Burgschloss führte durch diesen doppelten Wassergraben, durch gezimmerte Holzbrücken und durch den zwischen dem Graben gebauten Aussenturm. Darin musste die erste Zugbrücke sein, und vor dem Torturm die zweite. In dem dritten Tor nach dem Turmboden funktionierte ein schweres Klappgitter. Dieses dreifache Torsystem führte zu dem geschlossten Hof des Burgschlosses, was durch ein einstöckiges Wohngebäude (bestand aus drei Räumen) auf der westlichen Eingangsseite besetzt war. Hierher konnte man auf der Aussentreppe emporkommen, was zu der gezimmerten Holzgalerie in der Hofseite führte. Die Galerie umgab den ganzen Hof und mit Hilfe dieser Galerie konnte man sich die in die Wände eingebaute Schiesscharten annähern. Im Erdgeschoss gab es ein Getreidelager, eine Trockenmühle und ein Backhaus. Die Stadt und der Burgschloss hatten viele Inhaber in den 15. und 16. Jahrhundert. Der König hat ihn Batthyány II. Ferenc für ihre Dienste im Jahre 1604 gespendet. Von diesem Zeitpunkt an blieb die Stadt und der Schloss Besitz und Zentrum der Familie Batthyány jahrhundertelang.

Die befestigte Stadt

Es geschah eine bedeutende Wende in dem Leben von Körmend nach dem Fall von Kanizsa, nach 1600. Die von der früheren Schutzlinie westlich liegende Gebiete wurden aus militärischer Hinsicht hochgeachtet, so Körmend wurde eine Grenzburg. Der Ausbau der Stadt hat seinen Hochpunkt in der Mitte des 17. Jahrhunderts erreicht. Die unregelmässige fünfeckige Planke lehnte sich von der südlichen Seite mit einem milden Bruch an die Raab. Die westliche und die östliche führte senkrecht bis zu der Linie des Burgschlosses, und die nördliche Seite verband miteinander die letztere zwei Seiten. In der nordwestlichen und in der südöstlichen Ecke der Stadt stand eine altitalienische Bastei, in der Mitte der einen stand ein Turm, in der Mitte der anderen stand ein grosses Rondella.


17. Bild: Die befestigte Stadt mit der Burg auf einer Landkarte aus dem Jahre 1667

Den Burgschloss kann man in der nordöstlichen Ecke der Stadtmauer finden, der schon von dieser Zeit an Burg genannt wurde. Die Mauer wurden von aussen mit Wassergraben umgegeben, und wurden von innen mit Erdefüllung befestigt. Die durch die Stadt durchgefahrene nördlich-östliche Landstrasse ging den Torturm entlang. Der Torturm wurde aus Stein und Ziegel gefertigt. Vor der nördlichen stand der Wassergraben und vor der südlichen eine Holzbrücke, die die Raab überspannte.

Der Burgschloss in dem 17. Jahrhundert

Wegen der türkischen Gefahr wurde auch die Burg befestigt. Sie wurde in gewissem Masse zuerst in den 1610-er Jahren, später am Anfang der 1650-er Jahren durchgebaut. Früher wurden nur einige Flügel des Schlosses befestigt, aber fast die volle Burg wurde in dem 17. Jahrhundert wiedergebaut.
Ádám - der Sohn von Batthyány Ferenc - erbte die Stadt im Jahre 1625. Der hochgebildete Grossgrundbesitzer war nicht nur ein ausgezeichneter Besitzorganisator seiner Zeit, sondern auch eine führende militärische Persönlichkeit des Landes. Er gab einen Auftrag dem italienischen Filiberto Lucchese zur Anfertigung der Durchbaupläne. Filiberto Lucchese war ein vorzüglicher Kriegsingenieur seiner Zeit und wurde später kaiserlicher Hauptarchitekt. Anhand von seinen Plänen begann man mit der Arbeit, unter der Führung von dem Baumeister Carlo della Torre. Filiberto Lucchese hat sogar ein Holzmodell zu den Bauplänen für den Auftraggeber hauen lassen, aber diese sind leider nicht übriggeblieben.
Die vier Jahren des Umbaus brachten mit sich bedeutende Veränderungen. Zwar der Burgschloss in einer unveränderten Form blieb, sein Bild ist gewandelt worden. Jetzt standen auf den vier Seiten stöckige Gebäudeflügel, aber die Türme waren höher. Anstatt der Holzgalerie stand eine Galerie mit Arkaden. Die Fenster öffneten auf den Hof, aber im ersten Stock wurden einige Fenster ausgebrochen. Der massive und schwere mittelalterliche Charakter des Schlosses blieb unverändert, der Innenteil wurde aber wohnbarer und die erweiterte Räume wurden gemütlicher. Körmend gehörte zu den überflüssig gewordenen Burgen nach dem Verjagen der Türken. Der Wiener Kriegsrat gab den Befehl für die Zerstörung am 26. 01. 1702. aus, aber er wurde nicht ausgeführt.


18. Bild: Der Ausbau des Burgschlosses in dem 17. Jahrhundert (nach Koppány Tibor)

Während des Rákóczi-Freiheitskampfes litt die Stadt sehr viel, die Heere von Eszterházy Antal (er war ein Kuruze General) zerstörten die Stadt und auch den Burgschloss. Die Planke wurde zunichte gegangen, sogar der gebliebene Teil wurde um 1710 abgebaut, und die Graben wurden verschüttet. Die Burg von Körmend existiert nicht mehr am Anfang des 18. Jahrhundert und die ganze Stadt wurde total zerstört.



Der Barock-Schloss

Das ungarische besitzkoordinierende Zentrum der Familie Batthyány geriet nach Körmend am Anfang des 18. Jahrhunderts. Auch die Verwaltung der Glaubenskomission findet in Körmend im Jahre 1746 statt. Der Schloss vertrat die Zentrumrolle ausser der Stadt und das gesellschaftliche Gewicht der Familie Batthyány. Batthyány Lajos nahm den Besitz von seinem Vater im Jahre 1720 über. Er war unter anderen kaiserlicher und königlicher Kämmerer, Geheimrat, Oberbürgermeister, Kanzler und Palatin von Ungarn zwischen 1751-1765. Sein gesellschaftliches Gewicht offenbart sich auch in seinen Bauen. Nach seinen Aufträgen begannen die grosszügige Wandlungsarbeiten.
Der Schloss vertrat nicht mehr den nach innen wendenden Lebensstil und den Renaissance-Stil. Der Schloss musste nach dem neuen Lebensstil umgebaut werden. Dieser Schloss wurde nicht mehr durch Graben umgegeben, er stand in einem offenen Park. Er strebte mit seinem dynamischen Grundriss und Anordnung nach Prunk und Pracht. Der Schloss wollte die - von Dresden bis zu dem ganzen Europa- verbreitende höfliche Barock-Pracht nachahmen. Der Konstrukteur des ausstaltenden Gebäudes war der italienische Donato Felice de Allio, der schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein bedeutender Vertreter des österreichischen Barocks war. Seine Pläne sind zwar nicht übrig geblieben, aber das Inventar von dem Körmender Bauschreiber Andreas Mihler enthielt 19 Entwürfe, die wahrscheinlich zu Allio gehörten.


19. Bild: Die erste Schlossdarstellung kann man auf den Befreiungsbriefen der Körmender Zimmermann-, Ziegeldecker-, und Maurer-Zeche sehen, die im Jahre 1826 ausgestellt wurde

Einer dieser Befreiungsbriefen stellte den Schloss mit dem geplanten Hintergrund aus der Vogelperspektive dar. Der Kupfersticher, der die Befreiungsbriefe der Körmender Zimmermann-, Ziegeldecker-, und Maurer-Zeche schrieb, benutzte wahrscheinlich einige Teile dieses Planes. Er bildete den Schloss und seine Nebengebäude mit einem kleinen Teil des Parks aus Obersicht ab.
Wegen dem Anblick wurde auch die weitere Umgebung des Schlosses bezogen: die Gebäude standen auf einer nord-südlichen Achse, und lange Alleen führten zu dem Hauptgebäude des Schlosses. Zu diesem Gebäude wurden die Nebengebäude gebaut, die den Vorhof des Schlosses, die „cour d’honneure” bildeten. Der aus Süden schreitende Weg führte durch die doppelten Toreinfahrt des Hauptgebäude zu dem Weg nach Steinamanger. Dieser Weg wurde damals ausgebaut. In der Gegenrichtung führte er durch die Brücke Raab. Die Stadt lag westlich von dem Schloss. In der Richtung nach Osten wurde ein Park gebaut, dieser Park war eben so gross wie die Stadt im 18. Jahrhundert.
Der Bau begann mit dem Abbau des Torturmes und mit der Verschütterung des Wassergrabens. Dann wurde auf das ganzen Gebäude ein neuerer Stock gebaut. Die Hauptfassade des Schlosses wurde in der südlichen Seite des Gebäudes ausgestaltet, und hierher wurde noch ein breiter Zentralblock aufgestellt. In der Mitte stand das Haupttor, hinter dem Tor können wir die neue Toreinfahrt finden. Diese neue Toreinfahrt lief in der Toreinfahrt der nördlichen Seite weiter. In dem Innerhof wurde der Arkadenflur abgebaut, und wurden massive Flure mit Fenstern ausgebaut. Der westliche und nördliche Flügel im Erdgeschoss blieben fast unverändert. In der östlichen Seite baute man einen kleineren Sala Terrana, einen Erfrischungsraum, mit gezierten Saale auf den beiden Seiten. Die südliche Seite war meist mit der Toreinfahrt und mit der Prachttreppe besetzt, oben waren teils Personalzimmer. Im zweiten Stock wurden representative Räume und Wohnzimmer ausgestaltet. Das Schlossdach wurde mit Mansarde bedeckt, aber sie war damals noch nicht eingerichtet. Die Fassade der Gebäude wurde durch streifige, blau-weiss-gelbe, gekratzte Formel geziert. Unter den Nebengebäuden vor dem Hauptgebäude stand westlich die Remise, hier wurden die höfliche Kutschen gelagert. Vom Innern war einräumig, mit einer Wölbung bedeckt. In dem östlichen Gebäude war der Stall der Reitpferde: das war auch einräumig, an den Wänden waren sieben roten Marmornfuttertroge.
In der Richtung nach Süden waren die Gebäude zweistöckig: das westliche war die Reitschule. Das östliche Gebäude bediente mehrere Zwecke: im Erdgeschoss des untergekellerten Gebäudes war der grössere Sala Terrena, der sommerliche Grossraum. Die obere kleinere Halle bediente ebenso festliche Angelegenheiten. In dem einräumigen zweiten Stock konnte man das Archiv und die Bibliothek finden. In den nächste Gebäuden waren Dienstwohnungen, hier wohnte der Gutdirektor und der Körmender Burgherr.
Das durch Allio geplante und zwischen 1730-1745 gebaute Gebäudeensemble zeigt einen charakteristischen ungarischen Stil, daneben spiegeln sich natürlich die Elemente des österreichischen Barocks. Es passt zu dem Schlossbild, was sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebildet wurde. Die frühere architektonische Traditionen wurden neben dem Barock aufbewahrt. Vor den alten Schloss gerieten neue Gebäude, diese schliessen einen regelmässigen Hof um, aber nicht nach dem französischen Muster, sondern nach einem Exempel aus dem 17. Jahrhundert.


20. Bild: Das Hauptgebäude des Schlossensembles Batthyány auf einer zeitgenössischen Briefkarte


21. Bild: Die umgebaute Burg auf einer alten Briefkarte (photographiert von dem Park her)

Der Schloss in dem 19. Jahrhundert

Die neue architektonische Mode erreichte auch Körmend, so die Gebäude wurden zwischen 1799 und 1810 umgebaut. Der klassizistische Stil ist für alle Gebäude charakteristisch: der Mittelteil der südlichen Hauptfassade wurde umgebaut. Um 1800 geriet hierher der sechssäulige Balkon und der dreieckige Giebel, was mit dem Wappen der Familie Batthyány geziert ist. Alle äussere und innere Fassaden wurden umgebaut, die Fenster wurden einheitlich vergrössert, dann wurde auch die Mansarde eingerichtet. Die äussere Wändefläche wurden flach geputzt, dann gelb gefärbt. Die Nebengebäude wurden analog umgebaut. Auf den zwei Seiten des südlichen Tors wurden die zwei säulige Wachtgebäude aufgestellt, aber es kann sein, dass sie schon früher existierten.
Wir kennen den Konstrukteur des Unternehmens nicht, die Forscher nehmen nach indirekten Daten und Stilzeichen an, dass er ist mit Hefele Menyhért und mit seinem Kreis verbunden.

Körmend

Körmend liegt am linken Ufer des Flusses Raab, an der Kreuzung der Hauptstrassen 8 und 86. Seine Entwicklungsgeschichte, das Klima und die Pflanzenwelt zeigen viele verwandte Züge mit den Alpen. Es ist seit 1979 eine Stadt, deren Gebiet 60 qkm beträgt. Die Zahl der Einwohner liegt bei 12.775. 49 Prozent der Bevölkerung gehören zu den aktiven Verdienern.
Das Gebiet der Stadt war sehr wahrscheinlich schon zur Urzeit bewohnt. In den vergangenen Jahren wurde der Name der Stadt der Stadt auf sehr viele Weisen geschrieben. Türkisch bedeutet dieser Name Burg - und zwar in dem Dialekt, den schon die landnehmenden Ungarn kannten. Die Burg von Körmend spielte mehrmals eine Rolle in der Geschichte von Mitteleuropa. Die Siedlung gehörte lange zum Gut des Königs, später ging sie über in den Besitz der Batthyány-Familie. In den früheren Jahrhunderten wüteten hier viele deutsche, französische, türkischen Heere mit manchmal 15-20.000 Söldern. Nachdem die Türken verjagt worden waren, liess der Wiener Hof die meisten ungarischen Burgen sprengen. Die Burg von Körmend konnte wegen der Intervention bekannter Persönlichkeiten erhalten bleiben.
Nach dem Freiheitskampf unter Fürst Rákóczi verlegte die Batthyány-Familie die zentrale Gutsverwaltung nach Körmend. Von da an wurde aus ihr eine blühende Kleinstadt. Aus der Burg wurde ein wunderschönes Barockschloss. Am Anfang des 19. Jahrhunderts erschienen die imposanten öffentlichen und privaten Häuser. Der gebildete humanistische Gutsherr der Stadt hat auch auf Landesebene viel für die nationale Kultur und für die offizielle Einführung des Ungarischen als Staatsprache getan.
Bis zu den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts lebte die Bevölkerung der Gegend vor allem von der Landwirtschaft. Von da an begann eine schnelle Industrialisierung, und auch die Bevölkerungszahl fing rasch an zu steigen. Mehrere Finanzinstitutionen, ein Elektrizitätswerk und eine Dampfmühle wurden gebaut. Der Beginn des 20. Jahrhunderts war die Zeit der wirtschaftlichen Not. Ein Teil der Fabriken ging bankrott. Ab den 30er Jahren wurde die Arbeitslosigkeit durch die Vorbereitungen zum Krieg, durch Strassenbau und durch die Einberufungen ins Heer gesenkt. Im zweiten Weltkrieg sprengte die deutsche Armee viele Brücken, die Bombardierungen verursachten mehrere Schäden.
In der vergangenen Jahrzehnten begann eine neuartige wirtschaftliche Entwicklung, in deren Mittelpunkt die Industrialisierung stand. Es wurden ein Holzwerk, eine Ziegelei, eine Schuh- und eine Nähmittelfabrik gebaut. Die alte Stadt wurde erneuert. In Körmend gibt es 2.305 Häuser, 2.095 davon sind Einfamilienhäuser. In den Häusern gibt es 4.471 Wohnungen.
Körmend ist heute eines der Wirtschaftszentren des westlichen Landesteils. Das wichtigste Gebiet des Wirtschaft ist die Industrie. Die Zahl der privaten Unternehmen liegt bei 485. Die wichtigsten darunter sind die mit bedeutendem ausländischen Kapital betriebenen Tätigkeiten wie die Herstellung von Pharmazeutika, Schuhen, Möbeln, Eiweiss und elektronischen Bauteilen. Die Mittelschulen und die Bildungsinstitutionen der Stadt sind landesweit bekannt. Körmend hat viele wertvolle alte Gebäude, Skulpturen und Parks.